Erklärung der Fachgruppe Demeter Bienenhaltung
zur Einfuhr von Bienenvölkern aus den USA und Übersee
und der daraus resultierenden Gefahr
für den Bestand der Imkerei in Deutschland und Europa
Höchste Gefahr für die blütenbestäubenden Insekten
9.03.2003
Sehr geehrte Frau Künast,
nach der Varroa Milbe droht den Bienen in Deutschland und Europa eine erneute Katastrophe: der kleine Bienenstockkäfer.
Dieser Käfer ist ursprünglich in Südafrika beheimatet. Dort lebt er mit den Völkern der afrikanischen Honigbiene ( Apis mellifera scutellata) in einem Gleichgewicht.
1996 wurde dieser Käfer in die USA eingeschleppt . Dort hat er sich in kürzester Zeit weiträumig ausgebreitet. In den dort lebenden Bienenvölkern verursacht er verheerende Schäden. Nach Ansicht von Wissenschaftlern ist dieser Käfer für die Bienen weitaus gefährlicher als die Varroa Milbe.
Es ist zu erwarten, dass dieser Käfer auch die Nester von Hummeln und Wildbienen parasitiert. Damit droht die Gefahr einer Bestäubungskatastrophe. Mittlerweile wurde der Bienenstockkäfer auch in Australien und Ägypten entdeckt.
Jedes Jahr werden aus Übersee eine große Anzahl von Bienenschwärmen nach Deutschland eingeführt. Damit droht die Gefahr, dass dieser Käfer auch nach Deutschland eingeschleppt wird, unsere Bienenvölker befällt und diese in kürzester Zeit zugrunde richtet.
Um dies zu verhindern fordern die Mitglieder der Fachgruppe Demeter Bienenhaltung ein unverzügliches Einfuhrverbot von Bienenvölkern aus Übersee. Wir bitten Sie ,sich mit all Ihrer Kraft dafür einzusetzen, dass dieses Importverbot sofort wirksam wird.
Im Namen der Fachgruppe Demeter Bienenhaltung
Günther Friedmann

